
Die Sammlungspräsentation Denke frei, schaffe neu! zeichnet anhand ausgewählter Werke den Weg der Kunst als Spiegel gesellschaftlicher und künstlerischer Freiheit nach. Die Dauerausstellung setzt im späten 19. Jahrhundert an jenem Punkt an, an dem die Tradition sich noch ein letztes Mal aufbäumte und ihren Platz zu behaupten versuchte. Schon längst waren jedoch die wesentlichen Merkmale der Kunst dieser Zeit, das Althergebrachte in Frage zu stellen und neue Ausdrucksformen zu erproben.
Im 20. Jahrhundert nahmen die Freiheitsbestrebungen weiter zu. Viele Künstlerinnen und Künstler beschritten den Weg in die Abstraktion, während die Vertreter der Neuen Sachlichkeit Gegenwelten zur politischen Realität entwarfen. Keinesfalls unerwähnt bleiben dürfen jedoch die tiefen Einschnitte, die der 1. und 2. Weltkrieg für die neu gewonnene Autonomie bedeuteten: Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler der Sammlung galten im Nationalsozialismus als „entartet“ und waren mit einem Berufsverbot belegt.